Alexander Graf von Hachenburg – Wikipedia

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Alexander Graf von Hachenburg, geboren als Graf zu
Sayn-Wittgenstein
(* 4. Juli 1847 in Paris; † 12.
August
1940
in Wissen)
war ein Autor. Seine Eltern waren Ludwig Adolf
Friedrich Fürst zu Sayn-Wittgenstein
und dessen zweite Frau, die
russische Prinzessin Leonilla Barjatinsky (1816–1918).

Leben [Bearbeiten]

Als Prinz zu Sayn-Wittgenstein wurde Alexander in
Paris geboren; sein Vater, russischer
Oberstleutnant und Flügeladjutant beim Zaren, war durch
seine erste Ehe mit der russischen Prinzessin Radziwill reich geworden und heiratete in
zweiter Ehe die Prinzessin Bariatsky, Alexanders Mutter.

Mit achtzehn Jahren trat der junge Prinz als Freiwilliger beim 7.
Königshusaren-Regiment in Bonn ein; ein
Jahr später erhielt er sein Leutnantspatent und kämpfte im Deutsch-Österreichischen
Krieg
1866. In Paris heiratete er 1870 die Comtesse
Yvonne, die Tochter des Herzogs de Blacas
d’Aulps
, die 1881 starb und ihm vier Kinder hinterließ. Am 30.
September 1879 übernahm er das von seinem Vater 1860 gegründete Fideikommiss Sayn mit dem
Titel eines Fürsten Sayn-Wittgenstein-Sayn. Wegen seiner
zweiten Ehe mit der nicht standesgemäßen Helene von Kralikowska musste
er 1883 das Fideikommiss Sayn und den damit verbundenen Titel eines
Fürsten an seinen ältesten Sohn Stanislaus abgeben und nahm den Titel Graf
von Hachenburg
an. Das Paar lebte fortan in Hachenburg;
der Ehe entstammen zwei Söhne.

Im Jahr 1895 zog Graf Alexander in das von ihm wiederaufgebaute Schloss Friedewald um; musste es
jedoch 1912 aus finanziellen Gründen an Prinz Otto zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg
mit allem Inventar und einer insgesamt 1350 Nummern umfassenden
Sammlung verkaufen. Als Kriegsfreiwilliger meldete sich der 67jährige im
Dezember 1914 beim Aktiven Jäger-Bataillon Nr. 8 und war während des ersten Weltkrieges in Belgien,
Russland, Rumänien und in den Vogesen
eingesetzt. Im Dezember 1918 ging er als Major ab und
wohnte dann abwechselnd in Godesberg,
Berleburg, Pfaffendorf,
Bad Ems
und ab 1937 wieder in Hachenburg. Schriftstellerisch beschäftigte er
sich mit der saynischen Familiengeschichte und gab mehrere Bücher
heraus, wie 1929 Die saynische Chronik, 1932 Aus Hachenburgs
Blütezeit
, 1934 das biographische Portrait Kaiserlich russischer
Generalfeldmarschall Ludwig Adolf Peter Fürst zu Sayn-Wittgenstein
,
1935 den Nekrolog des Sayn’schen Fürstenhauses. Sein
letztes Werk war 1936 die Urkundensammlung über Graf Heinrich III. Mit 93 Jahren starb
er in einem Krankenhaus in Wissen an einer Grippe bzw. Lungenentzündung;
beigesetzt wurde er in der Abtei Marienstatt.

Wegen seiner unkonventionellen Lebensweise, die aus dem Rahmen jeder
höfischer Etikette fiel, galt er als ein Original seiner Zeit
und war in Hachenburg sehr beliebt. Sein Lebenswerk ist der
Wiederaufbau des Friedewalder Schlosses, das er für fünf Taler von
der preußischen
Domänenverwaltung kaufte und persönlich die
Bauarbeiten leitete. Dazu verlegte er zeitweise seinen Wohnsitz nach Daaden.
1895 war die Schlossanlage wieder hergestellt und gilt heute als ein
Prunkstück deutscher Renaissancearchitektur.

Literatur [Bearbeiten]

  • H. Bartolosch: Alexander Graf von Hachenburg. In: Lebensbilder
    aus dem Kreis Altenkirchen. Altenkirchen, 1975.
  • Franz Prinz zu Sayn-Wittgenstein: Niht fortzudenken ist das
    Schloß – Jugenderinnerungen an Friedewald
    . In: Merian 5/XXI. (Mai
    1967)